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Spa-Francorchamps 23. - 25. Juni 2006

Rennbericht Spa 23. – 25. Juni 2006

Ungewöhnlich warmes Wetter begrüsste den Ferrari Challenge Zirkus im belgischen Spa-Francorchamps, der legendären Traditionsstrecke in den Ardennen. Neben den üblichen Teilnehmern der Trofeo Pirelli, der Coppa Shell und der Historic Challenge waren rund 200 Grandturismo Ferrari dem Ruf aus Maranello gefolgt und bereicherten zusätzlich die Ferrari Day’s in Spa. Neben der roten Armada der privaten Ferrari-Besitzer konnten die zahlreichen Zuschauer auch den ersten Auftritt der FXX auf europäischem Boden miterleben. Die sieben von der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Maranello bereitgestellten High-Tech-Ferrari wurden von speziellen Testfahrern in mehreren Demorunden präsentiert. Zur Abrundung des Programms gingen auch mehrere Ex-Formel-1-Rennfahrzeuge auf die Strecke, darunter ein 1975er Ex-Lauda 312 T und ein Ex-Schumacher F2004.

Für Freddy Kremer hatte die mit 6,976 km längste Formel-1-Rennstrecke einige Überraschungen parat. Zum einen wurde die Teilnehmerliste für die Trofeo Pirelli, Freddy’s Klasse, noch um einige Profi-Fahrer reicher. Neben dem letztjährigen Welt-Tourenwagen-Star Gianluca De Lorenzi und dem belgischen FIA-GT-Fahrer und Lokalmatador Frederic Bouvy, griff auch Sascha Bert, aktueller Zakspeed Saleen-Fahrer in der FIA GT und Gewinner des FIA-GT-Laufes von Brünn in das Steuer eines F430. Die hohe Dichte der professionellen Rennfahrer in der Trofeo Pirelli ist eine permanente Herausforderung für das Team um Freddy Kremer und für Kremer selbst und verlangt äusserste Konzentration bei der Vorbereitung des Rennfahrzeuges. Lange Fahrer-besprechungen mit Auswertung der Telemetriedaten und Analysen der Kurven und Geraden sind nötig um ein perfektes Set-up des Rennfahrzeuges abgestimmt auf die individuelle Fahrweise des Rennfahrers Freddy Kremer zu erarbeiten. Vorrangiges Ziel für Spa war es daher, unter die ersten 10 zu kommen.

Doch schon im Freien Training sollten sich diese Pläne buchstäblich in Rauch auflösen. In Runde 3 des Trainings am Freitag morgen, Kremer befand sich gerade mit 240 km/h in der schnellsten Kurve des Kurses, bemerkte er plötzlich hochlodernde Flammen im Rückspiegel. Geistesgegenwärtig steuerte er den nächsten Streckenposten mit Feuerlöscher an, der den Brand rasch löschte und Schlimmeres verhinderte. Zum Schrecken der Teams wurde Freddy Kremer mit dem Medical Car zur Box zurück-transportiert, doch war ihm zum Glück nichts passiert. Die Ursache des Brandes war schnell lokalisiert, durch einen undichten Ölfilterring geriet austretendes Öl auf den heißen Katalysator und entzündete sich. Weniger schnell ging dann die Reparatur vonstatten, da sämtliche elektronischen Kabel ausgewechselt werden mußten, die bei dem kurzen aber doch sehr intensiven Feuer zum Teil verschmort waren. Die Loris-Kessel-Mechaniker mußten rund um die Uhr arbeiten, unterstützt von Spezialisten aus Maranello, um Freddy Kremer für Samstag morgen zum 2. Qualifying ein funktionierendes Rennfahrzeug bereitzustellen.

Aufgrund der Tatsache, daß am Rennfahrzeug von Freddy Kremer noch emsig geschraubt wurde, als das 2. Zeittraining am Samstag morgen schon begonnen hatte, mußte Kremer in 15 Minuten die optimale Linie für eine fliegende Runde finden und auch noch zwei Reifensätze für die ausstehenden Rennen anfahren. Der 16. Startplatz markierte trotzdem eine gute Ausgangsbasis für das zweite Rennen am Sonntag mittag.

Da Freddy Kremer das erste Qualifying aus gegebenem Anlass nicht mitfahren konnte, mußte er das 1. Rennen am Samstag nachmittag von ganz hinten aufnehmen. Der Start gelang ihm sehr gut und schon nach 2 Runden wurde Kremer auf Position 20 geführt. In der fünften Runde gelang es ihm den Schnellsten der 360er-Armada, Björn Grossmann, zu überholen und Jagd auf die hinteren F430 zu machen. Nach einer spektakulären Aufholjagd konnte er sich schlußendlich Platz 15 sichern. Mit seiner schnellsten Zeit von 2.39.073 war er zwar noch um vier Zehntel langsamer als die Spitze, doch durch die Reparatur war die Einstellung eines optimaleren Setups nicht möglich gewesen. Auf den vorderen Plätzen tummelten sich die üblichen Verdächtigen und die kämpften mit harten Bandagen. Das zeigte sich an einigen Durchfahrtsstrafen, die die Rennleitung nach unfairen Rennattacken verhängte und an diversen Ausfällen. Zum Schluß ging der Doppelsieger von Silverstone, Ange Barde, aus dem Kampfgeschehen als Sieger hervor, gefolgt vom Lokalmatador Frederic Bouvy und dem Holländer John Bosch.

Rennen 2 wurde am Sonntag um 11.15 Uhr gestartet und die Mittagssonne von Spa brannte unbarmherzig auf das Starterfeld der vierundzwangzig Challenge-Rennfahrzeuge. Kremer erwischte einen tollen Start und konnte sich direkt um zwei Position verbessern. Im weiteren Verlauf kämpfte er Tony Ring und De Lorenzi nieder und etablierte sich zunächst auf Platz 12. Zum Boxenstopp kam er in der letzten Sekunde herein, absolvierte diesen vorschriftsmässig und ging nach einer Minute wieder ins Rennen zurück. Mit einem blitzsauberen Performance bis zum Fallen der Zielflagge erkämpfte er sich einen sensationellen 11. Platz, nur 9 Sekunden hinter Ange Barde, dem siegverwöhnten Franzosen. Mit seiner Bestzeit von 2.36.771 blieb er nur 2,3 Sekunden hinter der Bestzeit von Frederic Bouvy, der den zweiten Lauf für sich entscheiden konnte. Verdienter Zweiter auf dem Podium wurde Michael Cullen, der Europameister der Trofeo Pirelli 2005, vor dem Engländer Ross Kaiser.

Das Kremer Racing Team bereit sich jetzt auf das vierte Rennen der Saison im italienischen Monza vor. Freddy Kremer ist hochmotiviert und bereit in die Top 10 der Trofeo Pirelli hineinzufahren. Die Ferrari Challenge gastiert vom 7. bis 9. Juli auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Königlichen Park in Monza.

München, den 26. Juni 2006

Marghitta Nachtigall
Kremer Racing AG
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