Rennbericht Monza 7. – 9. Juli 2006
Im Königlichen Park von Monza wurde am Wochenende die vierte Runde der Ferrari Challenge eingeläutet. Monza ist die Traditionsrennstrecke schlechthin und hat schon viele historische Rennläufe erlebt. Die langen Geraden in Monza kreieren einen hervorragenden Windschatten und versprechen daher interessante Zweikämpfe. Die Bremspunkte vor der Prima Varianta und der Variante della Roggia sind für Überholmanöver prädestiniert, für die Ascari Kurve benötigt man ein ausgeklügeltes Setup und für die weltberühmte Parabolica ist die richtige Rennlinie unabdingbar, sonst landet man im Aus. Auch die berüchtigte Lemso-Kurve hat trotz Umbauten nichts von ihrer gefürchteten Faszination eingebüßt.
Im Rahmenprogramm der Ferrari Challenge Europa gingen dieses Mal auch Renn-fahrkollegen aus der Ferrari Challenge Italia an den Start. Abgerundet wurde das Renn-Wochenende mit den Auftritten der Sportwagen-Prototypen von Maserati, Saleen, Chrysler-Viper und natürlich Ferrari der italienischen GT-Rennserie Campionato Italiano GT. Teamchef Loris Kessel sass selbst im Cockpit seines 575 Maranello und bestritt mit Teamkollege Andrea Chiesa beide Rennen.
Freddy Kremer’s Hoffnungen auf seiner Lieblingsstrecke Monza gute Plazierungen herauszufahren erfüllten sich leider nicht, denn wieder schlug der Fehlerteufel zu. Der von Ferrari neu entwickelte F430 zeigte sich gerade in der Hitze von Monza äusserst anfällig und produzierte reihenweise Ausfälle in beiden Serien. Bei den Test- und Einstellfahrten am frühen Freitag Morgen konnte Kremer mit einer 1.57.7 noch eine durchaus respektable Zeit herausfahren, doch schon im Mittagstraining fiel gegen Ende die Leistung immer mehr ab. Die erste Runde im ersten Qualifying am Nachmittag ließ hoffen, aber schon in der zweiten Runde kam Kremer an die Box und klagte wieder über Leistungsabfall. In fieberhafter Eile wurde das Steuergerät getauscht, doch nichts ging mehr. Position 17 und Startreihe 8 für das erste Rennen am Samstag waren das magere Ergebnis.
Im zweiten Zeittraining ging Kremer zunächst wieder auf die Strecke, kam aber direkt mit dem gleichen Problem zurück an die Box. Ein Luftmengenmesser sowie ein Wärmesensor wurden getauscht und Kremer fuhr wieder auf die Strecke – das Problem blieb. Die Mechaniker des Teams und Ferrari-Techniker aus Maranello versuchten anschließend dem Fehler auf die Spur zu kommen und prüften den F430 auf Herz und Nieren. Man schien dem Problem auf die Spur gekommen zu sein und Kremer ging am Samstag Nachmittag hoffnungsvoll ins Rennen. Seine erste Rundenzeit ließ aber nichts Gutes ahnen und schon in der dritten Runde kam das Aus für Freddy Kremer. Weitere technische Analysen offenbarten dann Samstag Nacht die tatsächliche Ursache. Ein Riß im Krümmer hatte einen Hitzestau produziert, der wiederum ließ den Wärmesensor schmelzen und dadurch wurde die Motorleistung minimiert.
Am Sonntag mittag wurde bei 32°C Lufttemperatur das zweite Rennen gestartet. Kremer stürzte sich von Startplatz 22 aus ins Getümmel und kam gleich an 17. Position aus der ersten Runde zurück. Dann lief er auf seinen Teamkollegen Rolf Galliker auf und es entwickelte sich ein spannender, aber fairer Zweikampf mit dem Schweizer, den auch die Gäste des Kremer Racing-Teams hautnah in der Ascari-Kurve verfolgten. In Runde 7 bezwang Kremer den sympathischen Luzerner und konnte dann direkt die Verfolgung des Niederländers Hommerson aufnehmen. Der in der elften Runde absolvierte Pflicht-Boxenstopp verlief ohne Komplikationen und Kremer ging an Position 15 liegend wieder ins Rennen. Nach einem blitzsauberen Verlauf der zweiten Rennhälfte kann Kremer den Ferrari dann auf Position 13 im Parc fermé abstellen. Der F430 lief wie am Schnürchen und die persönliche Bestzeit von Kremer von 1.58.7 sowie die konstanten Rundenzeiten im Bereich von niedrigen 1.59er-Zeiten lassen vermuten, an welcher Top-Position Kremer ohne die technischen Probleme des Wochenendes hätte fahren können. Ein Platz unter den ersten sechs Profi-Fahrern wäre durchaus im Bereich des Möglichen gewesen.
Als Gäste im Fahrerlager konnte Freddy Kremer an diesem Wochenende Klienten der Capedia AG und den Starnberger Innenarchitekten Alfred Schweiger mit Gattin begrüßen. Besonderes Highlight bot der Besuch der Starnberger Schmuckdesignerin Maria Koch, die ihre neuesten Kreationen zum Thema Motorsport vorstellte und mit Modell Verena Nastfogel und Fotograf Nico Hertgen die besondere Atmosphäre der Rennstrecke für ein Foto-Shooting nutzte.
Der fünfte Lauf der Saison wird vom 28. – 30. Juli auf dem High Tech Test Track in Paul Ricard ausgetragen. Die besonderen klimatischen und topographischen Verhältnisse dieser Strecke, die normalerweise für Formel-1-Tests genutzt wird, stellen eine spezielle Herausforderung für die Ferrari F430 und alle Piloten dar. Nachdem hoffentlich die technischen Probleme am Rennfahrzeug von Freddy Kremer aussortiert sind, hofft das Team im süfranzösischen Le Castellet nun auf die ersten Punkte.
München, den 10. Juli 2006