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Rennbericht

Nürburgring 2007

ADAC GT MASTERS
Runde 1 – Nürburgring 7. – 9. Juni 2007

Rund ein halbes Jahr nach der erfolgreichen Präsentation auf der Essen Motorshow gab am Wochenende die neue Rennserie, das ADAC GT Masters, ihr Debüt im Rahmen der größten Motorsportveranstaltung der Welt – beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Auch wenn aufgrund der zahlreichen Ausfälle in Bukarest einige gemeldete GT3-Fahrzeuge nicht zum Nürburgring kamen und das Starterfeld auf 15 Fahrzeuge dezimiert war, genossen die verbliebenen Rennboliden im Fahrerlager die Rennbegeisterung der Nordschleifen-Fans. Gut besucht auch das Teamzelt von Kessel Racing mit dem einzigen Ferrari im Feld, pilotiert in der deutschen Meisterschaft von Freddy Kremer und dem Bayreuther Ralf Preßlein.

Das Profi-Amateur-Konzept der Serie bot aus sportlicher Sicht viel Spannung, denn reine Profi-Kombinationen sind laut Reglement nicht erlaubt. Die Frage nach den Favoriten war daher im Vorfeld nicht leicht zu beantworten, bekannte Namen und professionelle GT- Champions wie Klaus Ludwig, Gianni Morbidelli, Altfried Heger, Frank Schmickler, Benjamin Leuenberger und Christoph Bouchut teilten sich das Cockpit mit Gentlemen-Fahrern und unbekannten Neulingen. Promintentestes Beispiel war sicherlich die Fahrerpaarung auf dem Lamborghini Gallardo des Reiter Teams mit Lamborghini Spezialist Peter Kox und Fürst Albert von Thurn und Taxis.Trotz dieses Passus im Reglement bewegten sich die meisten Fahrerduos auf extrem hohem sportlichem Niveau was sich im Verlauf des Rennwochenendes auch in der geringen Zeit-Differenz zwischen den vermeintlich schwächeren und stärkeren Fahrer niederschlug.

Daß die neue Fahrerpaarung für die deutsche Meisterschaft im Ferrari GT3 aufgrund der fehlenden GT3-Praxis von Neueinsteiger Ralf Preßlein noch nicht ganz homogen verlaufen würde, brachte das Frankenduo aber nicht aus dem Konzept. In den beiden ersten freien Trainings am Donnerstag stimmten sie den Ferrari auf ihre Bedürfnisse und auf die 4,6 km lange Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings ab. Aufgrund des 24h-Rennens war die Streckenführung des Grand-Prix-Kurses geändert und die Durchfahrt durch die Mercedes-Arena herausgenommen worden. Freddy Kremer erreichte ihm Freien Training eine Bestzeit von 1:51.921 und fuhr damit gut 4 Sekunden hinter der Spitze, die sich jedoch ausnahmslos die Lamborghinis teilten.

Im ersten Zeittraining dominierten wie auch in den freien Trainings die Gallardo’s, die mit sieben Fahrzeugen recht stark im Starterfeld vertreten waren. Ralf Preßlein konnte von Runde zu Runde seine Zeiten zwar verbessern, das Zeitniveau an der Spitze aber nicht mithalten. Beim Versuch in der letzten Runde nochmals ans Limit zu gehen, rutschte er ausgangs der Bitkurve von der Strecke und in die Leitplanke. Dabei wurde der Ferrari auf der rechten Seite so stark beschädigt, daß er aus eigener Kraft nicht mehr an die Box zurückkehren konnte. Für Freddy Kremer war es daher nicht möglich am zweiten Qualifying teilzunehmen.


Nach einer arbeitsreichen Nacht für das Kessel-Team und mit Hilfe von viel rotem Tape war der Renner aus Maranello am Freitag Mittag wieder einsatzbereit und beide Fahrer konnten eine Demorunde um die legendäre Nordschleife drehen, die extra für die Fans rund um den Kurs organisiert wurde, damit auch diese die GT-Boliden einmal aus der Nähe sehen konnten. Das Setup für das Rennen jedoch gestaltete sich etwas schwierig, da beim Aufprall in den Reifenstapel die Elektronik beschädigt worden war und es keine Telemetrie-Aufzeichnung gab.

Später am Abend wurde es dann ernst, als die fünfzehn GT-Fahrzeuge bei besten Wetterbedingungen auf die 30-Runden-Reise geschickt wurden. Erwartungsgemäss setzte sich der favorisierte Gallardo aus dem Reiter Rennstall an die Spitze verfolgt von einem ebenfalls sehr starken Porsche 997 GT3 Cup-Auto. Preßlein startete sehr gut, fuhr am Ende des Feldes mit einer 1:57.552 seine persönliche Bestzeit im Rennen und brachte den Ferrari nach 25 Minuten vorschriftsmäßig an die Box zum vorgeschriebenen Fahrerwechsel. Mehrmals wechselt an der Spitze die Führung, nacheinander übernahm erst die Dogde Viper und dann der Porsche vom Mamerow Racing Rang eins bis sich der Gallardo von Reiter Engineering wieder an die Spitze setzen konnte. Freddy Kremer kämpfte hart und konnte schlußendlich Rang 13 im ersten Rennen belegen. Das Podium teilten sich erwartungsgemäß zwei Lamborghini mit einem Porsche von Mamerow Racing, dessen Besatzung auch im 24h-Rennen an den Start gehen sollten und daher über reichlich Nürburgring-Erfahrung verfügte.

Das zweite Rennen wurde am Samstag mittag um 12.00 Uhr gestartet. Trotzdem Freddy Kremer nicht am Qualifying teilgenommen hatte, erhielt er die Starterlaubnis und reihte sich am Ende des Feldes ein. Wieder war die Dominanz der Lamborghinis an der Spitze übermächtig während Freddy Kremer am Ende des Feldes lauerte und auf seine Chancen wartete. Bis zur Fahrzeugübergabe beim Pflicht-Boxenstopp hatte er den Ferrari schon auf Position 13 gebracht. Ralf Preßlein übernahm und mußte kurz darauf wieder an die Box zum Absitzen einer Stop-und-Go-Strafe, da der vorgeschriebene Halt an der Box inklusive Ein- und Ausfahrt der Boxengasse um ganze 4 Sekunden unterschritten wurde. Doch nicht nur der Ferrari ereilte dieses Schicksal. Nacheinander wurden fünf Fahrzeuge zur gleichen Strafe verdonnert, die den Schluß nahelegten, daß die Induktionsschleifen zur Zeitnahme am Boxeneingang oder Ausgang gleichermaßen unter der Hitze litten, wie die Fahrer in ihren Boliden. Selbst die Führung des Feldes war von dieser Maßnahme betroffen und das wirbelte das ganze Klassement gehörig durcheinander. Am Ende standen wieder drei Lamborghinis auf dem Treppchen und Ralf Preßlein stellte den Ferrari auf dem 11. Platz im Parc Fermé ab. Der Rückstand auf die Spitze betrug im Rennen nur noch 3,5 Sekunden, was aufgrund der Verschiedenheit der einzelnen Marken schon ein großer Fortschritt darstellte. Kremer Racing geht aber davon aus, im nächsten Rennen den Anschluß an die Spitzengruppe herzustellen.

Auch in dieser Saison wird Kremer Racing die Rennen als Plattform für Sponsoren und Gäste nutzen. Zum Rennen am Nürburgring konnte das Team daher begrüßen:

Holger Breiner, Director Sales & Marketing TopLiving
Achim Glindemann, Geschäftsführer von Dragon Sport
Christopher Schulz, Allianz Versicherung
Dieter Buchstab von der Firmengruppe Buchstab
Jürgen Maier - F/B/S
Jeanette Bieger, JB’s Events
Andreas Schilling, Juwelier Schilling Biberach
Johannes Schwarz, bekanntester Feuerspuker in Europa

Chris Heinzl, Moderator und Besitzer von Südstars Radio, begleitete journalistisch beide Fahrer und das Team am Wochenende und wird regelmäßig im Internet Radio Berichte über Kremer Racing und Freddy Kremer ausstrahlen.

Das nächste Rennen findet bereits in zwei Wochen im Rahmen der FIA GT3 Europäische Meisterschaft in Monza statt.