ADAC GT MASTERS
FINALE - 13.-14. Oktober 2007 in Hockenheim
Glück und Pech liegen oft nahe beieinander. Das mußte das Frankenduo Freddy Kremer und Ralf Preßlein auf schmerzliche Weise am vergangenen Wochenende in Hockenheim erfahren.
In den beiden Freien Trainings verringerte das klassische Gentlemen-Driver-Duo den Abstand zur Spitze des GT-Feldes bis auf 2,9 Sekunden und platzierte sich mit den hervorragenden Positionen 19 und 18 im Mittelfeld der 32 Teilnehmer. Für das Qualifying am Freitag Nachmittag peilte das Team nun einen Platz in den Top 20 an. Ein Dreher auf dem auslaufenden Öl vom Motorplatzer des Lamborghini-Fahrer Haase im ersten Zeittraining machte jedoch jegliche Hoffnung zunichte. Kremer erreichte nur Platz 20. Ralf Preßlein konnte im dichten Verkehr und aufgrund eines aerodynamischen Problems resultierend aus dem Kremer-Abflug keine schnelle Runde herausfahren und mußte sich mit Platz 23 begnügen.
Am Samstag Nachmittag absolvierte das Frankenduo ein blitzsauberes Rennen. Freddy Kremer lieferte sich rundenlang einen spannenden Zweikampf mit Ex-DTM-Fahrer Marcel Fässler im Porsche, der ihn trotz mehrmaliger Attacken nicht vorbeiließ. Preßlein übernahm nach einem exakt getimten Boxenstopp und stellte den Ferrari nach 34 Runden auf Platz 13 im Parc fermé ab. In der Punktewertung für die Fahrermeisterschaft rangierte Kremer/Preßlein sogar auf Platz 7 und konnte somit die ersten beiden Punkte der Saison einfahren.
Der zweite Kessel-Ferrari mit Philipp Peter und Henri Moser siegten nach einem spannenden Duell mit der Corvette (Fahrerpaarung Ludwig/von Gartzen) und kletterten zum zweiten Mal in dieser Saison nach Oschersleben auf das Podium. Der dritte Kessel-Ferrari pilotiert von Loris Kessel selbst und Teamkollege Andrea Chiesa landete nach Reifenschafen auf Platz 17.
Vor gigantischer Kulisse (120.000 Zuschauer hatten sich das vorangegangene DTM-Finale angesehen und waren größtenteils geblieben) wurde am Sonntag Nachmittag das zweite Rennen gestartet. Direkt nach dem Start löste der Brand eines Ford GT bei Start und Ziel eine erste Safety-Car Phase aus. Ralf Preßlein der den Start-Turn fuhr, hatte sich bis dahin schon auf eine aussichtsreiche 19. Position vorgekämpft und lauerte auf den Re-Start. Eine Runde nach erneuter Freigabe des Rennens kam er ausgangs Start-Ziel in der Nordkurve zu weit auf das Grün, der Ferrari brach aus und krachte spektakulär in die gegenüberliegende Reifenstapel. Nun muss der schwer beschädigte Ferrari im heimischen Lugano in Rekordzeit wieder aufgebaut werden, um für den Finallauf der Europameisterschaft in Dubai am 15.-17. November zur Verfügung zu stehen.
Das Loris Kessel Racing Team konnten dennoch ein erfolgreiches Rennwochenende verbuchen. Nach einem sensationellen Rennen und packenden Zweikämpfen gewann das Schweizer Duo Peter/Moser erneut und machte den Doppelsieg perfekt. Einziger Wermutstropfen für Loris Kessel – eine Stop+Go-Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse und die anschließende Disqualifikation für ihn und Teamkollege Chiesa für die Nichtbeachtung dieser Strafe. Mit Rang 5 in der Teamwertung der ersten Saison des ADAC GT Masters belegte das Kessel Racing Team noch einen achtbaren Platz hinter den Teams von Lamborghini, Porsche und Corvette.