ADAC GT MASTERS
3. Runde – EuroSpeedway Lausitz 4.-5. August 2007
Ein ausgewogener Markenmix und bekannte Rennfahrernamen garantierten reichlich Action in der Niederlausitz. Mit Kissling Motorsport kam eine weitere Corvette Z06 GT3 ins Rennen und stockte das Feld der Corvetten auf drei Stück auf. Am Steuer Sascha Bert, im vergangenen Jahr mit Zakspeed Saleen in der FIA GT1 unterwegs und Stefan Kissling. Fünf Lamborghini Gallardo, drei Porsche 997 GT3 Cup-Autos, die Dogde Viper des GS-Motorsport Teams und last but not least die Stammbesetzung des Ferrari GT3 komplettierten das Starterfeld auf dem EuroSpeedway.
Schon im Vorfeld sorgte die Belegung von Zusatzgewichten für die bisher schnellsten Lamborghini’s für reichlich Diskussionsstoff im Fahrerlager und nährte die Hoffnung, daß das Feld am Lausitzring zweifellos näher zusammenrücken würde. Das Frankenduo Kremer /Preßlein reiste nach dem erfolgreichen Testtag in Hockenheim recht zuversichtlich nach Brandenburg und rechnete sich unter den gegebenen Umständen einen Vorstoß in die Top Ten aus. Schon die Zeiten in den beiden Zeittrainings am Samstag vormittag machte deutlich, daß beide Fahrer einen erheblichen Leistungssprung verzeichnen konnten. Zum einen egalisierte Ralf Preßlein fast die Zeitdifferenz auf Teamkollege Freddy Kremer, nur noch 0,7 Sekunden trennten die Beiden in ihrer jeweils schnellsten Runde. In Oschersleben lag Preßlein noch 2,3 Sekunden hinter Kremer zurück. Zum anderen konnten beide den Rückstand auf die Spitze um 1,8 Sekunden (Kremer) bzw. 1,5 Sekunden (Preßlein) verringern, auch das ein Zeichen, daß sich die intensive Testarbeit am Hockenheimring gelohnt hatte.
Stint 1 im ersten Rennen am Samstagnachmittag übernahm Freddy Kremer, der gut von seiner elften Startposition wegkam und sich in Runde zwei schon auf Position neun vorschieben konnte. Das mörderischen Tempo der Kissling Corvette, die nach Differentialschaden im Training aus der Box gestartet war, konnte Kremer jedoch nicht mitgehen und mußte diese ziehen lassen. Auch der Favoriten-Lambo mit Albert von Thurn und Taxis, am Start mit Motorproblemen zurückgeworfen, schob sich an Kremer in Runde 6 vorbei, während an der Spitze ein Zweikampf zwischen dem Lambo von Christopher Haase und der Corvette mit dem Schweizer Toni Seiler tobte. Kremers Boxenstopp war zum Ende des Zeitfensters geplant und so kam es, daß der Stadtsteinacher kurzfristig auf Position 1 auftauchte und das Feld anführte. Ralf Preßlein kam an elfter Position wieder auf die Strecke, mußte aber gleich darauf wieder an die Box abbiegen um eine Stop-and-go-Strafe abzusitzen, die ein um 11 Sekunden zu kurzer Boxenstopp ausgelöst hatte. Hoffnungslos abgeschlagen fuhr Preßlein dann dem Feld hinterher und kam auf Platz 12 ins Ziel.
Einen verdienten Sieg gab es in diesem Rennen für das Martini-Callway Racing Team. Das Corvette-Team mit Toni Seiler und Patrick Gerling an Bord rettet sich mit nur knapp 8 Zehntel ins Ziel vor dem Lambo-Duo Haase/Morbidelli und dem Porsche von Frank Schmickler und Jan Seyffarth, die durch ein solides und kontrolliert schnelles Rennen auf Rang drei fahren konnten.
Im zweiten Rennen am Sonntag mittag übernahm zunächst Ralf Preßlein das Steuer und machte sich an Position 12 liegend auf die Jagd nach der vor ihm fahrenden Corvette, die ihm am Start überrumpelt hatte und vorbeizog. Den Start gewann zunächst Sascha Bert in der Corvette, geriet aber in Runde 2 mit dem hitzigen Morbidelli aneinander und drehte sich ausgangs Start/Ziel. Morbidelli zementierte sodann seinen Vorsprung an der Spitze während Vortagessieger Toni Seiler durchs Feld pflügte. In Runde zehn lag der Schweizer bereits auf Rang 7 hinter Landsmann Leuenberger im Lamborghini Gallardo. Drei Runden später duellierten sich beide auf der Start/Ziel-Geraden und das Rennen endete für die Corvette recht unsanft in der Boxenmauer. Die anschließende Safetycar-Phase nutzte Ralf Preßlein für einen frühen Boxenstopp und um Teamkollege Freddy Kremer in Schlagdistanz zum Porsche von Nikolai Krassin zu bringen. Die Überholung des Porsches gelang jedoch nicht mehr, aber mit Platz 10 holte sich das Franken-Duo ihr bislang bestes Ergebnis im ADAC GT Cup. Die gefahrenen Rundenzeiten von Kremer/Preßlein hätten zudem ausgereicht, um auf Position sieben oder acht ins Ziel zu kommen.
Nach 40 Runden reichte der Lamborghini-Mannschaft um Peter Kox und Albert von Thurn und Taxis ein hauchdünner Vorsprung von 4,1 Sekunden um den verdienten Sieg einzufahren. Nach Problemen im ersten Rennen feierte die Kissling-Corvette bereits beim ersten Auftritt in der Serie ihren ersten Podiumsplatz während das Lambo-Duo Haase/Morbidelli mit Platz 3 ihre Tabellenführung weiter verteidigen konnten. Da Alberts Mutter, Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, am Wochenende ebenfalls am Lausitzring weilte, oblag ihr die Ehre den Pokal ihrem Sohn und dessen Teamkollegen sowie an den siegreichen Teamchef Hans Reiter zu überreichen.
Auch an diesem Rennwochenende konnten wieder zahlreiche Gäste des Kremer Racing Teams Rennluft schnuppern und genossen die Atmosphäre im Fahrerlager und auf den Tribünen:
- Gäste des Hauptsponsors Rolf Leube & Partner GmbH
- Gäste von Teamkollege Ralf Preßlein, darunter Martin Bursch der es verstand,
die actiongeladene Atmosphäre am Lausitzring in packende Fotos zu verwandeln,
sowie die Firmen Brandmarker, Spoint, Systembetreuung Hofmann und
Rechtsanwaltskanzlei Bock
- Klaus Hattenkofer und Sohn Florian von der Gecam AG, die mit dem Gecam-Mini
zum EuroSpeedway gereist waren
- Michaela Mihatsch und Mario Schleiting von der Eventagentur All Senses
Als nächstes Rennen steht ein weiterer Lauf zur FIA GT3 Europameisterschaft im tschechischen Brünn auf dem Plan. Der Teamkollege von Freddy Kremer steht noch nicht fest, geplant ist der Einsatz von Marco Seefried, der viel Erfahrung aus dem Porsche GT Sport mitbringt und bereits am Hockenheimring kurz den Ferrari GT3
testen konnte.